177. Warum die Begleitung über den Sound entscheidet | Roman Sillipp über Klavier, Stile und Unterricht

Mein Gast heute ist Roman Sillipp, Pianist und Instrumentalpädagoge aus Wien. Als Kind klassisch ausgebildet, mit 13 über Falco zur Popmusik gekommen, danach zwanzig Jahre Berufsmusiker: Sideman, Barpianist, Keyboarder im Tonstudio und über zehn Jahre Komponist von Werbe-Jingles für McDonald’s, Mastercard und andere. Mit 40 hat er noch einmal studiert und 2021 seinen Master in Popularmusik abgeschlossen.

Gleich zu Beginn demonstriert er die Erkenntnis, die seinen ganzen Unterricht trägt: Er spielt eine Mozart-Sonatine, dann dieselbe Melodie als Walzer, als Tango und als Disco-Nummer. Die Melodie bleibt gleich, nur die Begleitung ändert sich, und das Stück landet in einer völlig anderen Welt. Genau deshalb nennt er sich nicht Klavierlehrer, sondern Instrumentalpädagoge: Er zeigt nicht nur, welche Tasten man drückt, sondern warum diese Tasten so klingen.

Wir sprechen darüber, warum jedes Stück aus Melodie, Rhythmus und Begleitung besteht, wie man mit fünf Tönen die Ode an die Freude spielt, warum es bei ihm keine reinen Technikübungen gibt und weshalb er erst ab 13 Jahren unterrichtet. Außerdem: wie er sich als Jugendlicher Songs vom Radio heruntergehört hat, wie man aus drei halb gekonnten Sinatra-Songs ein Medley macht, wie sein Tonstudio Gerät für Gerät gewachsen ist und warum ihn die Rechnung 500 Euro gegen 50 Euro pro Stück zum Lehrer gemacht hat.

Und zum Schluss erzählt er, warum seine Gitarre bis heute an der Wand hängt. Diese Geschichte solltet ihr euch anhören.

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